Die Amor-Trilogie von Lauren Oliver

1) Delirium, 2) Pandemonium, 3) Requiem Book Cover 1) Delirium, 2) Pandemonium, 3) Requiem
Amor
Lauren Oliver
Dystopie, Jugendroman
Carlsen Verlag
2011, 2012, 2013
gebundene Ausgabe
409, 350, 400

Eine spannende Dystopie von Lauren Oliver rund um Liebe, Kampf und Freiheit.

Die Amor-Trilogie von Lauren Oliver habe ich im September 2019 gelesen und ist damit Teil meiner 100-Bücher-im-Jahr-Challenge. Meine liebsten Zitate aus der Reihe hab ich auch für euch zusammengetragen.

Spoiler-Warnung: Ich bemühe mich hier stets um eine spoilerfreie Darlegung und Bewertung der Bücher. Bei Reihen ist es etwas schwieriger, so können der Klappentext und meine Inhaltsbeschreibungen der Folgeteile natürlich Infos vorwegnehmen. Wer Spoiler komplett vermeiden möchte, dem empfehle ich sich nur den Klappentext und Inhalt von Teil 1 durchzulesen. Mein Fazit und der Rest ist spoilerfrei 😉

☆★ Hier gehts zu den Infos zu meinem Bewertungsverfahren bei Rezensionen ★☆


Klappentexte

Teil 1: delirium [amor deliria nervosa]

„Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde hoch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armeen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.“


Teil 2: pandemonium [chaos, wirrnis, tumult]

“ >>Wie bist du rüber gekommen?<<

>>Ich war … ich war nicht allein<<, sage ich,

>>also eigentlich war es nicht geplant, dass ich allein gehe.<<

>>Das heißt, du warst mit jemand anderem zusammen?<< Das Mädchen sieht mich erneut durchdringend an, ihre Augen sind fast so dunkel wie ihre Haare. >>Mit einer Freundin?<< Ich weiß nicht, wie ich sie verbessern soll. Mit einem Freund. Meinem Freund. Meinem Geliebten. Das Wort ist mir immer noch fremd und es kommt mir beinahe verwerflich vor, daher schweige ich.

>>Was ist passiert?<<, fragt sie, etwas sanfter jetzt. >>Er … er hat es nicht geschafft.<<


Teil 3: reqiuem [missa pro defunctis]

„Ich hätte bei Julian schlafen können. Ich weiß, dass er das von mit erwartet nach dem, was wir zusammen erlebt haben. Die Entführung, der Kuss. Ich habe ihn schließlich hergebracht. Ich habe ihn befreit und ihn in dieses Leben gezerrt. Nichts sollte mich davon abhalten, neben ihm zu schlafen.

Die Geheilten würden sagen, dass wir infiziert sind. Und wer weiß? Vielleicht haben sie sogar Recht. Vielleicht ist Liebe wirklich eine Krankheit und wir wären ohne sie bessern dran.


Cover

Cover - Amor-Trilogie

Die Cover sind alle in einer unterschiedlchen Farbe gehalten, die zu der vorherrschenden Thematik passen. So ist der erste Teil in rot gehalten, ein Gesicht ist im Profil zu sehen und das gesamte Buch ist über und über mit dem Wort „Liebe“ überzogen, das aussieht als wäre es in Handschrift verfasst. Das türkisfarbene Cover des zweiten Teil zeigt ein Gesicht von vorne und ist „bekritzelt“ mit dem Wort Kampf. Der dritte Teil hingegen, eher in einem fast goldigen gelb gehalten, zeigt ein Gesicht mit geschlossenen Augen und ist überzogen mit „Freiheit“.

Ich habe mich mal etwas mit Farbsymbolik beschäftigt und laut Wikipedia stehen die Farben für Folgendes:

rot: Liebe, Leidenschaft, aber auch Gefahr oder Aggression

grün: Hoffnung, Natur, (da es ein Blaugrün ist, auch:) Sehnsucht, Treue

gelb/gold: Sonnenlicht, Neid/ Freiheit

Ich denke daher, die Farben sind ganz bewusst gewählt worden, um die jeweilige Thematik zu unterstreichen. Ich finde die Cover jedenfalls alle sehr gelungen, passend zum Inhalt und wunderschön anzusehen.


Inhalt

Die Welt

Die Welt, die Lauren Oliver erschaffen hat, ist eine Zukunftsvision von Amerika, in der Liebe und Gefühle als Krankheit gelten. Die Amor Deliria Nervosa, wie die Erkrankung genannt wird, wird durch die Regierung für alles verantwortlich gemacht, was der Welt und der Gesellschaft schadet. In diesem dystopischen Amerika herrscht eine Einheit von Staat und Religion, einer Religion, die aus einer Verzahnung von Wissenschaft und Glauben besteht. Die leitenden Werte dieser dystopischen Gesellschaft sind Ordnung, Stabilität und Sicherheit. Alle Regeln und Gesetze sind in dem sogenannten „Das Buch Psst“ enthalten, welches für alle Menschen als Standardlektüre und Lebens-Leitfaden gilt.

Um den Gefahren der Amor Deliria Nervosa zu entgehen, wurde ein sogenanntes Heilmittel erschaffen, welches tiefe Gefühle ausmerzt: Ein medizinischer Eingriff ins Gehirn. Dieser wird bei allen Bürger*innen zu Beginn des 18. Lebensjahres durchgeführt. Zudem übernimmt der Staat die Auswahl eines geeigneten Ehepartners, die Berufswahl und die Zuweisung der Anzahl an Kindern für seine Bürger*innen.

Teil 1: delirium [amor deliria nervosa]

Delirium - Lauren Oliver

Der erste Teil erzählt von Lena, einem jungen Mädchen, welches kurz vor ihrer Heilung steht. Sie lebt gemeinsam mit ihren Großcousinen bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Lenas Familie hängt ein weniger guter Ruf nach, da ihre Mutter nicht erfolgreich geheilt werden konnte und sich daraufhin das Leben genommen hat. Der Vater ihrer Großcousine Gracie wurde außerdem als Sympathisant entlarvt. Lena hingegen steht voll und ganz hinter der herrschenden Gesellschaftsform und kann ihre Heilung kaum noch erwarten. Sie ist ein angepasstes Mädchen, das immer nach den Regeln spielt.

Ihre beste Freudin Hana hingegen ist ein Freigeist und stört sich übermäßig an den vielen Regeln und Verhaltensstandards. Mit ihr zusammen trifft Lena eines Tages den Geheilten Alex, der ein scheinbares Interesse an ihr zeigt. Da der Umgang mit Geheilten für Ungeheilte nicht verboten ist, zieht Lena es in Betracht sich mit Alex zu treffen.

Eines Tages treffen sie sich schließlich auf einer illegalen Party, zu der Hana Lena berredet hat. Einer Party, bei der ungeheilte Jungen und Mädchen, entgegen des Gesetztes, zusammen tanzen zu illegaler Musik über Liebe oder Gefühle. Lenas Einstellung zu ihrem Leben und der Gesellschaft, in der sie lebt, kommt immer weiter ins Wanken, als sie erlebt, wie gewaltbereit die Verfechter des deliria-freien Amerikas sind, wie wunderschön illegale Musik sein kann und wie sehr sie sich zu Alex hingezogen fühlt – der, wie sie feststellen muss, in Wirklichkeit nicht geheilt ist.

Lena steht plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung: Liebe oder Heilung? Flucht oder Gehorsam? Freiheit oder Sicherheit?


Teil 2: pandemonium [chaous, wirrnis, tumult]

pandemonium - Lauren Oliver

Lena ist die Flucht in die Wildnis gelungen – allein, ohne Alex. Als eine Gruppe Invaliden sie findet, ist sie fast tot. Doch es gelingt den Widerständlern sie wieder gesund zu pflegen. Lena ist nun plötzlich allein in einer völlig neuen Welt, einer Welt ohne Heilmittel, in der ungeheilte Männer und Frauen, Jungen und Mädchen eng beieinander leben.

Dieser Teil erzählt sowohl die Geschichte ihrer Anfangszeit in der Wildnis, als auch von ihrem späteren, ersten Einsatz als Aktivistin der Widerstandsbewegung. Unter einer falschen Identität lebt Lena schließlich in New York, versehen mit einer falschen Eingriffsnarbe, um sich als vermeintlich Geheilte unter die Anhänger der VDFA – Vereinigung für ein Deliria-freies Amerika – zu mischen. Als es bei einer großen Versammlung schließlich zu einem Attentat der Schmarotzer kommt, einer Gruppe gewalttätiger Rebellen, wird Lena zusammen mit dem Sohn des Anführers der VDFA entführt.


Teil 3: reqiuem [missa pro defunctis]

requiem - Lauren Oliver

Lena und Julian sind sich nach allem was sie gemeinsam erlebt haben – Entführung durch und Flucht vor den Schmarotzern, die Rettung Julians vor seiner Hinrichtung – näher gekommen. Doch alles ist diffus seit Alex wieder aufgetaucht ist. Lena ist verunsichert, verwirrt. Gleichzeitig wird die Widerstandsbewegung immer stärker und sorgt mit Angriffen und Explosionen auf die Städte für Aufmerksamkeit. Die Staatsgewalt geht jedoch erbarmungslos gegen die Widerständler vor, so dass es immer wieder zu Bombenangriffen in der Wildnis kommt. Viele Stützpunkte sind bereits zerstört, viele Wiederständler sterben und auch Lenas und Julians Gruppe ist ständig auf der Flucht.

Währenddessen steht Hana in Portland kurz vor ihrer Hochzeit mit dem neuen Bürgermeister. Ein angesehener Mann und Hana kann sich wirklich glücklich schätzen. Aber irgendetwas stimmt nicht, ihre Heilung scheint nicht richtig funktioniert zu haben. Zwar fühlt sie sich anders, besser aber da ist noch so viel – Erinnerungen, Träume, Schuldgefühle, … . Außerdem scheint mit ihrem zukünftigen Mann und seinen Zielen etwas ganz gewaltig nicht zu stimmen …

Während Hana versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen, nähert sich auch Lena und die Widerstandsbewegung Portland für einen letzten großen Schlag – für die Freiheit, für die Liebe.


Sprache und Stil

Der erste Teil ist komplett aus Lenas Perspektive in der Ich-Form geschrieben. Zu jedem Kapitelbeginn erfolgt ein kleiner Auszug aus „Das Buch Psst“, aus erlaubter Literatur, Propagandamaterial, Liedtexten usw., die einen guten Einblick in die Lebensform geben. Ansonsten ist der Schreibstil sehr angenehm und leicht zu lesen. Die Gefühle und Empfindungen der Protagonisten kommen sehr gut rüber und man wird beim Lesen einfach mitgerissen. Die Gedanken sind in großen Teilen sehr philosophisch und tiefgründig und voller schöner Metaphern.

„Liebe: ein einzelnes Wort, ein schmächtiges Ding, ein Wort, nicht breiter oder länger als eine Schneide. Das ist es auch: eine Schneide, eine Klinge. Es fährt durch das Zentrum deines Lebens und schneidet alles mittendurch. Vorher und nachher. Der Rest der Welt fällt auf beiden Seiten hinunter.“

Delirium, Lauren Oliver

Im zweiten Teil werden parallel zwei verschiedene, zeitlich versetzte Handlungsstränge erzählt. Die Kapitel berichten im Wechsel von „damals“ – beginnend mit Lenas Flucht aus Portland – und „jetzt“ – beginnend bei Lenas neuem Leben als verdeckte Widerständlerin in New York.

„Da geht mir auf, dass die Menschen selbst voller Tunnel sind, voller sich krümmender dunkler Gänge und Höhlen, es ist unmöglich, alle Orte in ihnen zu kennen. Unmöglich, sie sich auch nur vorzustellen.“

Pandemonium, Lauren Oliver

Der dritte Teil ist abwechselnd aus Lenas und Hanas Perspektive geschrieben, so dass zwei Geschichten parallel erzählt werden.

„Wir wollten die Freiheit, zu lieben. Wir wollten die Freiheit, zu wählen. Jetzt müssen wir dafür kämpfen.“

Reqiuem, Lauren Oliver

Mein Fazit

Tattoo und Amor-Trilogie

Diese Reihe hat mich einfach von vorne bis hinten überzeugt. Wohlmöglich auch deshalb, weil sie genau meine wichtigstens Werte thematisiert. Mein Lebensmotto oder persönlicher Reminder ist „Love, Hope, Freedom – never give up fighting for“ Genau diese Aspekte, Liebe, Hoffnung und Freiheit sind die Dinge für die Lena und die ganze Widerstandsbewegung kämpfen muss. Die ganze Reihe hat mich einfach so mitgerissen, es gab so viele Charaktere, die ich so sehr ins Herz geschlossen habe. Ich habe mitgefiebert, mich mitgefreut, mitgetrauert.

Amor-Trilogie

Außerdem konnte mich die Reihe immer mal wieder überraschen, Wendepunkte oder Aufdeckungen haben mich erwischt. Dadurch war die Geschichte nicht vorhersehbar auch wenn man immer eine Idee oder Ahnung hatte, was als nächstes passieren würde, konnte man sich nie sicher sein. Hinzu kommt, dass Lauren Oliver so wunderbare Metaphern verwendet und tiefgründige, philosophische Gedanken einpflegt, die mich einfach total bewegt haben. Alle drei Teile sind bei mir deshalb voll mit Klebezetteln, um die schönsten Stellen zu markieren.

Ihr merkt, ich bin einfach hellauf begeistert und ich liebe diese Trilogie. Ich würde sie am liebsten sofort noch einmal lesen.


Meine Empfehlung

Ich kann dir diese Trilogie empfehlen, wenn du

  • auf dystopische Romane stehst;
  • ein Fan von „Die Tribute von Panem“ bist;
  • weibliche Hauptfiguren magst;
  • wenn du auf tolle Metaphern stehst;
  • dich für den Kampf um Freheit und Liebe interessierst.

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