No Exit von Daniel Grey Marshall

No Exit Book Cover No Exit
Daniel Grey Marshall
Jugendroman, Jugenddrama
cbt
2006
Taschenbuch
346

Teaser: No Exit ist eine absolut fesselnde und schmerzhafte Erzählung eines Jungen, der gegen all die Widrigkeiten seines Lebens kämpft und dabei trotz aller Rückschläge nicht aufgibt.

Den tiefgründigen Roman „No Exit“ von Daniel Grey Marshall habe ich im Dezember 2019 gelesen. Er war daher auch Teil meiner 100-Bücher-im-Jahr-Challenge.

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Rezension zu No Exit von Daniel Grey Marshall

Klappentext

Klappentext von No Exit von Daniel Grey Marshall

„Der 15-jährige Jim flüchtet vor dem gewaltätigen Vater in die Arme seiner Freundin Leslie und zu seinen Freunden Philly und Jeremy. Bei ihnen findet er die Ehrlichkeit und Wärme, die er in seiner Familie nicht kriegen kann. Da geschieht eine Katastrophe und die Achterbahn seiner Gefühle fährt mit Vollgas in den Abgrund.“


Cover

Cover von No Exit von Daniel Grey Marshall

Das Cover, gestaltet von init, finde ich sehr passend. Die Schlichtheit, die Farblosigkeit und das ausdruckslose Gesicht spiegeln gut den Inhalt wieder. Durch den direkten Blickkontakt des abgebildeten Jungen fühlt man sich irgendwie direkt angesprochen und durch das fehlende Lächeln auch merkwürdig unwohl. Ähnlich habe ich mich auch beim Lesen gefühlt.


Inhalt

In No Exit geht es um den fünfzehnjährigen Jim, der in einem absolut beschissenen Familienhaus aufwächst. Sein Vater ist Alkoholiker und gewalttätig, seine Mutter zu hilflos und schwach, um etwas dagegen zu unternehmen. Einzig seine Schwester Mandy ist ihm eine vertraute Person zuhause.

Daher zieht Jim die Gesellschaft seiner Freunde vor, die ihm eine wahre Familie sind. So hätte auch alles irgendwie gut werden können, wenn nicht eine schreckliche Tragödie passiert wäre, die einfach alles veränderte.

Vollkommen unvorbereitet wird Jim von diesem Erlebnis aus der Bahn geworfen und begibt sich immer mehr in eine dunkle Abwärtsspirale voller Drogen- und Alkoholmissbrauch und falschen Entscheidungen.

Erst als es (fast) zu spät ist, kämpft sich Jim wieder langsam nach oben.

In diesem Roman werden auch viele der großen Themen und Fragen der Menscheit aufgegriffen: Der Sinn des Lebens, Hoffnung, Wirklichkeit, … .
Dieses Buch erzählt nicht einfach nur eine Geschichte, sondern es hinterfragt das ganze Leben. Es ist eine Reflexion des Seins aus der Sicht eines 15-jährigen, der zu früh erwachsen werden musste!


Sprache und Stil

Die Geschichte liest sich wie eine persönliche Erzählung. Sie wird aus Sicht von Jim erzählt, in der ersten Person und einfachen Vergangenheit. Als Leser*in wird man direkt angesprochen, so das man sich wie ein stiller Zuhörer fühlt.

Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von über einem Jahr, von Februar 1991 bis August 1992. Mit Ausnahme des ersten Kapitels, welches im August 1992 anberaumt ist, folgen die anderen Kapiteln dem chronologischen Ablauf. Die Kapitel geben Hinweis auf den Monat und Jahr und gliedern sich dann noch einmal in Unterkapitel. So kann man dem natürlichen Verlauf der Geschehnisse folgen und kann sich ein gutes Bild von der Entwicklung machen.

Sprachlich ist der Roman sehr fesselnd geschrieben. Der Stil ist düster, teils humorvoll aber immer auch von einem tiefen Schmerz geprägt. Teils nüchtern, teils tiefgründig und sehr welt- und selbstkritisch.


Zitate

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  • Zitat aus No Exit von Daniel Grey Marshall
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Der Autor

Über Daniel Grey Marshall, Autor von No Exit.jpg

Über Daniel Grey Marshall gibt es im Internet nicht mehr herauszufinden als das, was auch im Buch steht. Da das Buch fast 20 Jahre alt ist, müsste er heute Mitte vierzig sein. No Exit ist scheinbar sein einziges Buch, was ich echt bedauere, weil ich gern mehr von ihm gelesen hätte.

Besonders krass finde ich, dass Daniel Grey Marshall erst 15 war, als er No Exit – im Original „Still Can’t See Nothin‘ Comin‚“ – geschrieben hat. Damit war er im selben Alter wie der Protagonist Jim. Daher bin ich mir ziemlich sicher, dass er darin einiges aus seinem eigenen Leben verarbeitet hat.


Mein Fazit

No Exit zählt zu den Romanen, die mich emotional am meisten gepackt haben. Zum einen sind die Thematik und die Geschichte an sich sehr beklemmend. Zum anderen kommt dieser wahnsinnig einnehmende Schreibstil hinzu. Diese nackte Authentizität, die einen nicht eine Sekunde an der Echtheit der Geschehnisse zweifeln lässt.

Ich war beim Lesen wirklich überzeugt davon, dass der Autor das alles wirklich so erlebt haben muss, weil ich nicht fassen konnte, wie man all das sonst so überzeugend rüberbringen kann. Es steht jedoch in dem Buch nichts davon, dass es sich um eine autobiographische Erzählung handelt. Trotzdem bin ich mir sicher, dass der Autor einiges oder ähnliches tatsächlich so durchgemacht hat. Der Weltschmerz, der sich in dem Roman abzeichnet muss jedenfalls echt sein.

Buchvorstellung No Exit von Daniel Grey Marshall

Dieser Roman tut weh beim Lesen, ich habe unheimlich mit dem Prota und den anderen Charakteren mitgelitten. Es ist unmöglich, dieses Buch zu lesen und nicht davon berührt zu werden. Selbst wenn man das Buch schließt und weggelegt, hinterlässt es Spuren. Aber es ist auch auf eine sanfte Weise schön, es gibt nicht nur Dunkelheit darin, sondern auch immer wieder Licht. Dieses treibt einen besonders an, die Hoffnung, die darin mitschwingt.

Für mich ein unfassbar gutes Buch, welches ich nur jedem empfehlen kann. Ich werde es definitiv wieder zur Hand nehmen.

Meine 3 Worte zum Buch:

dramatisch – extrem – schmerzhaft

Mein Hinweis für all jene, die persönliche und traumatische Erfahrungen mit Alkohol- und Drogenmissbrauch und/oder (häuslicher) Gewalt gemacht haben: Dieses Buch ist mit Vorsicht zu genießen!


Nun würde mich noch interessieren: Hast du das Buch bereits gelesen? Wie hat es dir gefallen? Oder hast du vor, es zu lesen? Wie hat dir meine Rezension gefallen? Schreib mir doch deine Meinung gerne in die Kommentare 🙂

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