Schreibprojekt Fantasyroman: Update 4 – Überarbeitungsphase

Wie in meinem letzten Update zu meinem SchreibprojektFantasyroman berichtet, habe ich ja im Februar den ersten Schreibdurchlauf beendet. Danach ging es für mich an die Überarbeitung des gesamten Textes. Nun möchte ich euch ein bisschen über den aktuellen Stand der Dinge berichten.

Aktueller Stand

Update 4 zu meinem Schreibprojekt "Fantasyroman"

Nachdem ich Ende Februar den ersten Schreibdurchlauf beendet hatte, ging es für mich an die Überarbeitung des gesamten Textes. Ich habe ziemlich radikal einige Charaktere rausgeworfen, die nicht groß zur Geschichte beigetragen haben, einige Details überarbeitet, Korrekturen vorgenommen und an dem Buchsatz gearbeitet. Nachdem ich soweit zufrieden war mit dem Ergebnis, kam für mich der wohl schwierigste Schritt: Das Übergeben meines Manuskriptes an meine ersten Leser. Das sind zum einen mein Freund, der zwar schon viel über die Geschichte weiß, sie aber noch nicht zur Gänze gelesen hat, und seine Mum, die zugleich meine Korrektorin ist und bisher NICHTS über die Geschichte wusste!

Die konstruktiven Feedbacks haben mir gezeigt, dass ich einige Dinge in meiner Geschichte nicht richtig herausgestellt habe. An einigen Stellen bin ich über das Ziel hinausgeschossen, während ich an anderen viel zu oberflächlich geblieben bin. Dies hat mich dazu bewogen, noch einmal Überarbeitungen in größerem Umfang vorzunehmen und genau da befinde ich mich gerade.

Die bisherigen Überarbeitungen haben mein Manuskript noch einmal um ca. 10.000 Worte und auf die angestrebten 50 Kapitel ansteigen lassen.


Emotionale Lage

Ich muss wirklich sagen, dass meine anfängliche Euphorie, durch das Fertigstellen des erstes Skriptes, ziemlich schnell in blanke Panik umgeschlagen ist. Die Vorstellung, dass jemand meine Geschichte liest, war für mich plötzlich unerträglich. Meine Selbstzweifel haben voll zugeschlagen. Ich habe mich auf einmal schrecklich geschämt für meine Geschichte und wollte nicht, dass irgendjemand sie liest. Irgendwie fühlte es sich an, als würde man dabei in meinem Innersten herumstochern. Fast hätte ich also einen Rückzieher gemacht.

Doch ich habe die erste Welle der Unsicherheit und Sorge überwunden. Die ersten kritischen Rückmeldungen waren hart, aber ich habe es überlebt. Mittlerweile bin ich sehr froh darüber, es ist einfach wahnsinnig hilfreich Anstoß von außen zu bekommen und eine andere Perspektive auf die eigene Geschichte aufgezeigt zu bekommen.

So bin ich momentan mega im Flow, merke aber dass es mir aktuell sehr schwer fällt mich gedanklich mal von meiner Geschichte zu lösen. Bin gerade extrem schreibwütig – sehr zum Missfallen meines Freundes 🙈😅🤷🏻‍♀️


Neue Erkenntnisse

Durch die Rückmeldungen meiner Testleser ist mir klar geworden, dass die Art, wie ich meine Geschichte sehe, rein gar nichts damit zu tun haben muss, wie andere sie sehen. Das ist auch eigentlich nicht verwunderlich, denn so ist es ja bei fast allem im Leben. Aber mir ist auch klar geworden, dass ich das berücksichtigen muss und meine Geschichte kritisch auf ihre Wirkung prüfen sollte. Ich kann die Wirkung nur bedingt steuern, eben weil wir Menschen alle so unterschiedlich in unserer Wahnehmung sind. Aber bis zu einem gewissen Grad habe ich die Wirksamkeit meiner Geschichte selbst in der Hand, und das sollte ich gewissenhaft nutzen. Diese Erkenntnis hätte ich allein durch meinen eigenen Blickwinkel niemals gehabt.

Es ist also sehr hilfreich, sich mal die Augen anderer zu leihen und die eigene Geschichte dadurch zu lesen. Fest steht bei meiner aktuellen Version: Vieles, was mir vollkommen klar ist, bleibt meinen unwissenden Leser*innen schleierhaft und Wendungen, die mir vollkommen logisch erscheinen, geben als Außenstehende*r keinen Sinn. Eines der Hauptprobleme in meinem Skript: Ich stelle einige Szenen unnatürlich und übertrieben dar – weil sie mir besonders wichtig erscheinen – während ich andere, potentiell aufreibende, spannende und wichtige Szenen schnell abhandele ohne ihr Potential voll zu nutzen.

Auch sehr wichtige Erkennntisse, die ich gesammelt habe und die vor allem für Fantasyromane gelten:

  • Alles, was in unserer Welt so nicht existiert, muss dem*r Leser*in natürlich verständlich gemacht werden. Dies sollte aber intuitiv erfolgen, eingesträut in den natürlichen Verlauf der Geschichte ohne zu plakativ in Form von Behauptungen eingeworfen zu werden.
  • Jede Szene ist darauf zu prüfen, was sie eigentlich vermitteln möchte und was ihr Beitrag zur Gesamtstory ist. Erfährt der*die Leser*in etwas Neues? Welche Rolle spielt diese Neuigkeit für die Geschichte?
  • Das Verhalten der Charaktere muss verständlich sein, außer man möchte den*die Leser*in bewusst verwirren. Vor allem fremde Wesen, mit einer eigenen Lebens- und Denkweise, muss der*die Leser*in erst kennenlernen und ein Gefühl für deren Besonderheiten bekommen, um ihr Verhalten nachvollziehen zu können.
  • Und mein neues oberstes Gebot: Übertreib es nicht!!! Besonders bei emotionalen Szenen habe ich ordentlich einen rausgehauen und bin damit weit übers Ziel hinausgeschossen. Statt meine Leser*innen zu bewegen, habe ich sie glaub ich des öfteren mal peinlich berührt 😀

Wie geht’s weiter?

Für den April sieht der Plan so aus, dass ich mit meinen erneuten Überarbeitungen fortfahre (aktuell bin ich bei Kapitel 10/50). Wenn diese abgeschlossen sind, werde ich den gesamten Text noch einmal akribisch durchgehen. Dann werde ich meine beiden Testleser noch einmal bitten, die neue Version zu lesen. Dann hoffe ich, dass die von ihnen beanstandeten Sachen behoben sind und beide mir grünes Licht geben. Ansonsten wird es noch einmal eine umfangreiche Überarbeitung geben.

Mein Wunsch wäre es, dass ich mein Buch spätestens zu meinem Geburtstag (13.07.) veröffentlichen kann. In einem separaten Beitrag würde ich gerne mal näher auf das Thema Veröffentlichung eingehen, denn ich möchte ja definitiv selbst veröffentlichen.


Meine Tipps für alle Schreiber-NEU-linge

Ich möchte gerne noch einmal in einem gesonderten Beitrag Tipps und Erfahrungen zusammenfassen, die jenen Schreiberlingen helfen könnten, die noch ganz am Anfang ihres Schreibens stehen. Natürlich bin ich noch lange kein Profi, aber durch die bisherigen Phasen meines Schreibprojektes habe ich doch einiges an Erfahrungen gesammelt, die vielleicht für den ein oder anderen interessant sind.

Hier mal ein paar Empfehlungen von mir:

  • Unbedingt dran bleiben! Es kann wirklich ein harter und langwieriger Prozess werden, bis aus der ersten Idee ein fertiger Roman wird. Das ist mir nun mehr als klar geworden und ich bin ja noch lange nicht am Ziel. Aber was ich aus schweren Phasen gelernt habe: Es lohnt sich, dran zu bleiben – es kommen bessere Phasen.
  • Selbstzweifel ignorieren! Mein größter Feind sind meine eigenen Zweifel an mir selbst, meiner Geschichte, meiner Fähigkeiten, … Ich bekämpfe sie jedes Mal vehement, weil ich mir das Schreiben dadurch einfach nicht kaputt machen lassen will. Also lass dich nicht durch Selbstzweifel unterkriegen, mach weiter, wenn du es wirklich willst!
  • Ehrliche Kritiker suchen. Ich denke es ist wahnsinnig wichtig, wenn man Personen um Rat und Rückmeldung bitten kann, die in der Lage sind ehrliche, konstruktive und respektvolle Kritik zu äußern! Nichts ist giftiger als böse und reißerische Kritik, die die eigene Schöpfung niedermacht (Was ist das denn für ein Scheiß? Voll unlogisch!). Andererseits ist auch eine zu positive, höfliche und zurückhaltende Kritik (Ist wirklich total toll, von vorne bis hinten!) nicht wirklich hilfreich. Sucht euch Menschen, denen ihr vertraut, die ehrlich und doch empathisch sind!
  • Immer wenn du denkst, jetzt ist die Geschichte rund und perfekt, ist sie es noch lange nicht! Ich sag dir Bescheid, wie sich der Moment anfühlt, wenn die Geschichte wirklich rund – oder sagen wir zumindest fertig – ist, wenn er bei mir endlich gekommen ist!

Das war’s nun erstmal zu meinem aktuellen Stand. Fragen, Anmerkungen usw. kannst du gern in die Kommentare schreiben 😉


Wer hat’s geschrieben?

Steffi Frei

Alle Beiträge hier stammen von mir, Steffi Frei.

Ich bin von Berufs wegen Bildungswissenschaftlerin (M.A.), Teilzeit-Waldelfe, dreifache Hundemama, Lesesüchtige, Bücherliebhaberin, bald Literaturstudentin und angehende Autorin. In erster Linie bin ich aber eine Träumerin, die lieber in ihrer Fantasiewelt rumturnt, weil ihr die Realität oft einfach nicht gefällt. In meiner Fantasie halte ich alles für möglich, während ich im echten Leben fast alles anzweifle…

Mehr über mich findest du unter About oder 10-Fakten-über-mich.

Signtur von Steffi Frei

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